Eine scharfe Männersache

Monster of Worsch

Titelverteidiger Patrick Guckes aus Lenzhahn und Florian Schmidt aus Schwalbach teilen sich den Sieg des Wettbewerbes „Monster of Worscht“ in der Niedernhausener Gaststätte „Postillon“. Marcus Gräßler aus Idstein wurde Dritter.

Bei diesem mehr als würzigen Vergleich mussten die Teilnehmer scharfe Currywürste essen. Mann gegen Mann, hieß es. Am Ende konnte es nur einen scharfen Sieger geben. Immerhin stellten sich acht Teilnehmer dem nicht einfachen Wettbewerb. Schließlich ging es hier nicht nur um ein paar Tropfen Tabasco, sondern um Schärfe, die dem Mund und Magen ganz schön zusetzt.

Bei freiem Eintritt in der Gaststätte verfolgten viele Zaungäste diese ungewöhnliche Veranstaltung, die von einem Heftricher Tattoo-Studio, einer Brauerei und dem „Postillon“ initiiert wurde. Nach ausführlicher Erklärung des Ablaufs unterschrieben die Teilnehmer ihre Einverständnis-Erklärungen und los ging es.

Es gab Weißbrot zu den Würsten, um die Schärfe abzuschwächen und natürlich jede Menge Servietten für Schweiß und Tränen. Und die liefen in Strömen... Nach der ersten Schärfe stieg bereits der erste Teilnehmer aus. Nach der zweiten Stufe weitere zwei. Die Reihen lichteten sich.

Fünf Runden sollte es geben und drei Kandidaten hielten wirklich bis zum Schluss durch. Es wurde eine sechste Runde eingeläutet. Es war die Schärfe „unmenschlich“ mit 1 500 000 Scoville. Der Grad der Verdünnung, bei dem keine Schärfe mehr festzustellen ist, wird als Scoville-Grad (SCU für Scoville Units, auch: SHU für Scoville Heat Units) angegeben. Paprika ohne feststellbare Schärfe haben somit den Scoville-Grad 0, reines Capsaicin würde nach heutigem Kenntnisstand (je nach Quelle) zwischen 15 000 000 und 16 000 000 Scoville entsprechen. Nach dieser sechsten und letzten Runde stieg ein Teilnehmer aus und verlangte nach dem Kakao, den jeder nach dem Ausstieg bekam. Auch Kakao soll die Schärfe mindern.

Wenige Minuten später und ohne eine siebte Runde einzuläuten, streckten die beiden letzten Teilnehmer auch freiwillig die Waffen und verlangten nach dem schärfestillenden Kakao.

Nach kleinen Magenschwächen war die körperliche Verfassung war Teilnehmer wieder im grünen Bereich, aber die Mägen so zugeschnürt und die Münder so verbrannt, dass auch die Gewinner keinen Nerv hatten, sich direkt eine Chili als Tattoo stechen zu lassen. Denn das war der erste Preis: ein ko tenloses Tattoo. Natürlich gab es auch Bierpreise dazu.

Die Stimmung im „Postillon“ war so gut, dass es unter den Zuschauern Mutige gab, die die Soße mit sehr viel Weißbrot und einem Miniklecks Schärfe sogar probierten. Außer Konkurrenz natürlich.

Quelle: http://www.wiesbadener-tagblatt.de/region/untertaunus/niedernhausen/1138...
Author: Volker Stavenow

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