Erstmals ein Löschverband

Die Oberseelbacher Jugendfeuerwehr feierte ihren 40. Geburtstag.

Am vergangenen Wochenende hatte die Freiwillige Feuerwehr Oberseelbach gleich drei gute Gründe zum Feiern.
Denn die jungen Kameraden durften nicht nur auf das vierzigjährige Bestehen ihrer Jugendfeuerwehr blicken. Auch ein neues Mannschaftstransportfahrzeug dürfen die Kameraden der Oberseelbacher Wehr nun ihr Eigen nennen.

Das Fahrzeug teilen sie sich - und hierin findet sich der dritte Anlass zum Feiern - mit der Freiwilligen Feuerwehr Lenzhahn.
Denn Wehrleiter Mathias Brühl verkündete im Rahmen der Feier am Samstag offiziell die Gründung des "1. Löschverbandes Idsteiner Land“, eine in Hessen bisher einmalige Form der interkommunalen Zusammenarbeit. Verbunden ist der Zusammenschluss mit der Gründung des Fördervereins „Löschverband Idsteiner Land der Freiwilligen Feuerwehr Niedernhausen Oberseelbach-Lenzhahn“. Die Satzung wird derzeit erarbeitet; Vereinsvorstand und Wehrführung sollen paritätisch besetzt werden.

Es handele sich "um einen freiwilligen Zusammenschluss der Einsatzabteilungen auf Augenhöhe und auf der Ebene der zukünftigen gleichberechtigten Partnerschaft“, betonte Mathias Brühl, Gemeindebrandinspektor und Wehrführer der Ortsteilwehr Oberseelbach in seiner Rede. Ohne den Zusammenschluss, „wäre der Niedergang einer oder beider Wehren die logische Konsequenz“ gewesen. Der Anstieg der Teilnehmerzahl an Übungen seit Beginn der Kooperation vor zwei Jahren motiviere die Kameraden sogar, sich weiterzubilden. Sechs Mitglieder werden sich zu Atemschutzgeräteträgern ausbilden lassen, für Lenzhahn eine Neuheit. Zudem beteiligt sich die Einheit mittlerweile auch an Übungen im benachbarten Dasbach.

Fahrzeugunterkünfte und Gerät will Mathias Brühl jedoch nicht zusammengelegt sehen. Es sei nicht sinnvoll, von Lenzhahn in das 1,6 Kilometer entfernte Oberseelbach zu fahren, um die Ausrüstung zu holen, und anschließend zurück zum Einsatzort in Lenzhahn zu fahren. Und auch kultutrell sei der Verlust der Wehren für ihren Ort fatal. „Gemeinsam haben beide wieder eine Perspektive, Entwicklungspotenziale und eine hohe Attraktivität“, freute sich der Gemeindebrandinspektor. Das spürten auch die Bürger in Oberseelbach und Lenzhahn. Deren Sicherheit sei durch den Zusammenschluss ebenso gewährleistet wie die vorgeschriebene Zehn-Minuten-Hilfeleistungsfrist. Unter den wachsamen Augen der Bürgermeister Günter Döring und Gerhard Krum unterzeichneten die Vereinsvorstände die Gründungsurkunde des Verbandes.

Das Mannschaftsfahrzeug Niedernhausen-6-19 finanziert der Feuerwehrverein Oberseelbach mit 10 000 Euro, die Lenzhahner Wehr mit 4000 Euro.
Spenden müssen die fehlenden 3855 Euro abdecken.

Von: Silvia Bielert
Foto: RMB/Wolfgang Kühner
Quelle: http://www.wiesbadener-tagblatt.de/region/untertaunus/niedernhausen/1068...

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