Idstein speckt beim Jazz-Festival ab

Jazz

„Ein Defizit in HöIdsteinhe von 30 000 Euro kann der Verkehrsverein kein zweites Mal verkraften. Wir müssen an der Kostenschraube drehen.“ Mit diesen Worten setzte Bürgermeister Gerhard Krum den Rahmen auf der jüngsten Sitzung des Verkehrsvereins, in der es um die Zukunft des Jazz-Festivals ging.

Er präsentierte die Ergebnisse der Arbeitsgruppe, die sich aus Mitgliedern des Vorstands, dem künstlerischen Leiter und Vertretern der Gastronomie zusammensetzt, und die die Aufgabe hatte, das Festival ohne große Qualitätseinbußen kostengünstiger zu planen. In diesem Sinne werden in der Rodergasse, in der Obergasse und am Höerhof die Bühnen gestrichen und der Eintrittspreis um einen Euro erhöht.

Fans nicht verärgern

Das musikalische Konzept, das unter anderem neue Zielgruppen wie Jugendliche aber auch 30- bis 40-Jährige mit der Verpflichtung von sogenannten Top-Acts ansprechen sollte, wird beibehalten, ohne - und darauf legt der Verkehrsverein besonderen Wert - eine Zielgruppe auszugrenzen. Wie Alt-Bürgermeister Hermann Müller formulierte: „Es muss deutlich werden, dass wir zwar neue Fans gewinnen, aber die alten nicht verärgern wollen.“ Auch der klassische Jazz-Freund soll auf seine Kosten kommen. Krum: „Wir wollen keine Abkehr vom Jazz, sondern eine Erweiterung und Bereicherung im Programm, um mehr Menschen erreichen zu können.“

Schülerbands und Musikschulgruppen soll weiterhin eine Plattform geboten werden, und es ist wieder an ein Bläserklassentreffen gedacht, das 2010 schon einmal über die Bühne ging. Insgesamt wird das Musik-Programm kompakter ausfallen, wobei das gastronomische Angebot erweitert werden könnte. Auch ein Kinderprogramm wird es wieder geben. Sabine Fritz, Geschäftsführerin des Verkehrsvereins: „Wir sind da noch offen für neue Ideen.“

Trotz knapper Finanzmittel schaute der künstlerische Leiter, Frank Reichert, optimistisch in die Zukunft. „Auch wenn das musikalische Angebot insgesamt explodiert ist, haben wir ein Kleinod, auf das wir stolz sein können. Hier kann man als Musikliebhaber hautnah was erleben.“ Das sehen offensichtlich auch Sponsoren so, deren Gelder sind 2011 um 13 600 Euro angestiegen. Gleichwohl stürzten am Festivalwochenende die Besucherzahlen ab, und es wurden über 2 700 Buttons/Bändchen weniger verkauft. Es wird vermutet, dass das an den Konkurrenz-Veranstaltungen in der Region und am Wetter lag.

Verglichen mit Bingen oder Worms stehe Idstein als Festival-Veranstalter jedoch noch gut da und habe in fast 30 Jahren viel erreicht, betonte Reichert: „Wir sollten uns das Jazz-Festival nicht klein- und kaputtreden lassen.“

Ulrich Tolksdorff machte zur Finanzsituation nochmals deutlich, dass der Verkehrsverein den Gürtel enger schnallen muss. „Auf der Grundlage von schwarzen Zahlen kann 2013 dann neu nachgedacht werden.“

Quelle: http://www.wiesbadener-kurier.de/region/untertaunus/idstein/11324233.htm

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