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Schneller Funk statt langer Leitung
Wer im Idsteiner Stadtteil Lenzhahn die Möglichkeiten des Internets ausschöpfen möchte, hängt buchstäblich in einer „langen Leitung“. Im Ort herrscht über die aktuelle DSL-Leistung von etwa 600 bis 700 kbit/s große Unzufriedenheit, und wer weiß schon, ob und wann via Telekom oder andere Versorger eine Verbesserung zu erwarten ist. Deshalb lud jetzt Ortsvorsteher Michael Storch die Firmensprecher von „Competence in IT“ Leibundgut (Niedernhausen) und „Funknetz HG“ (Bad Homburg) ein, um deren alternatives Konzept „DSL per Funk“ kennen zu lernen.
„Wir montieren im Ort eine Relais-Station und sind so in der Lage, unsere Internet-Signale an die Kunden zu verteilen“, berichtete Ralph Leibundgut, der die Situation wie in Lenzhahn schon vielerorts angetroffen hat: „Das Netz ist hier einfach zu langsam!“ Bei der Funknetz-Lösung benötigt der Kunde einen kleinen Empfänger sowie eine Außenantenne und kann am Ende Geschwindigkeiten bis DSL 16 000 im Download (gut 2000 im Upload) nutzen.
Die Relais müssen Sichtverbindung haben
Das Hauptrelais der „Funknetz HG“ befindet sich auf dem Feldberg. Knackpunkt für den Empfang: Es muss eine Sichtverbindung zwischen den Relais Lenzhahn und Feldberg hergestellt werden. Die Idee, ein Gelände am höher gelegenen Lenzhahner Wasserbehälter für einen etwa fünf bis sechs Meter hohen Empfangsmast zu nutzen, hat auf den ersten Blick viele Vorteile auf ihrer Seite, nur fehlt es dort an einer Stromquelle. Und so wäre zu prüfen, ob im Falle einer Lenzhahner (sprich: Idsteiner) Zusammenarbeit mit dem Anbieter dieser Mangel zu lösen wäre oder ob ein anderer Standort im Ort gefunden werden könnte.
In der Ortsbeiratssitzung wurde über andere Empfangspunkte nachgedacht. Der Feuerwehrturm am Spielplatz kam ebenso ins Gespräch wie andere private Standorte. Würde ein geeigneter Punkt gefunden, könnten die Anbieter ganz schnell, das hieße: noch im Herbst, ihr System aufbauen. Die Mitglieder des Ortsbeirates und die interessierten Bürger freuten sich über die Alternativen, die sich hier anbieten. Jedoch müssten erst noch grundsätzliche Fragen mit der Stadt Idstein besprochen werden, zumal kreisweit eine Ausschreibung laufe, deren Ergebnis noch nicht vorliege und deren Konsequenzen für kleine Orte wie Lenzhahn momentan nicht absehbar seien, hieß es in der Aussprache. Dabei dreht es sich auch um Förderungsmaßnahmen durch das Land.
Planung für das Feuerwehrgerätehaus
Zahlreiche andere Themen wurden in der Ortsbeiratssitzung behandelt. Eines davon war der aktuelle Sachstand zur Vorentwurfs-Planung für das Feuerwehrgerätehaus. Das Gebäude genügt im derzeitigen Zustand nicht mehr den Anforderungen. Ortsvorsteher Storch schilderte im Beirat die Ergebnisse der kürzlich stattgefundenen Ortsbesichtigungen und Gespräche mit der Stadt Idstein sowie der Feuerwehr. Rund ein halbes Dutzend Varianten wurden dabei untersucht und auf Vor- und Nachteile abgeklopft.
Am Ende blieben zwei Lösungen übrig: Ein neuer Anbau ans Dorfgemeinschaftshaus oder die Renovierung des vorhandenen Gerätehauses mit neuem Anbau. Als geschätzte Baukosten wurden Summen zwischen 154 000 und 227 000 Euro ermittelt. Auf dieser Grundlage sollen die Gespräche des Ortsbeirates mit der Stadt und der Feuerwehr möglichst schon im Oktober fortgesetzt werden.
Von: Martin Kolbus
Quelle: http://www.wiesbadener-tagblatt.de/region/untertaunus/idstein/11144023.htm
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